Bisher kannte ich eritreische Küche nur aus dem Restaurant, z.B. aus Frankfurts „Im Herzen Afrikas“. Ich liebe diese scharfen Gerichte, die Art zu Essen (man nimmt das Essen mit den Händen mit pfannkuchenartigen Fladen auf). Nach langer Suche habe ich endlich das Rezept für eines meiner Lieblingsgerichte herausgefunden: Injera mit Dorho.
Injera ist ein weiches gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl, erinnert mich von der Konsistenz an Pfannkuchen. Da Teffmehl aber einige Tage mit Wasser gären muss, bevor es als Fladen ausgebacken werden kann, habe ich es Mais- und Weizenmehl ausprobiert. Dorho ist eine Art Eintopf, mit Hähnchen, Tomate und vielen Zwiebeln, sehr würzig, ziemlich scharf. Besonders finde ich das Anrichten des Essens: Es wird nicht auf einzelnen Tellern serviert, sondern eine große Platte zuerst mit den Injera-Fladen ausgelegt und das Dorho wir dann mit etwas Gemüse darauf drappiert. Am Tisch stellt man diese Platte dann in die Mitte und jeder reißt sich mit den Händen ein Stück Fladen ab, womit er dann Fleisch und Gemüse aufnimmt. Das ist dann meist ein großer Spaß für alle, einfach weil man es einfach nicht mehr gewöhnt ist, mit den Händen zu esssen. Hier bitte immer genügend Servietten bereithalten!

Zutaten (für 8 Hungrige):
400g Weizenmehl
200g Maismehl
1/2 Würfel frische Hefe
1/2 TL Salz
1 Liter lauwarmes Wasser
1 Brathähnchen (roh)
1kg Zwiebeln
2 EL Berbere (eine Würzmischung, gibt es im Internet oder beim Kräuterstand auf dem Wochenmarkt)
3 Dosen geschälte Tomaten
1 Knolle Knoblauch
1 Ingwerknolle
2 Zitronen
(4-6 Eier)
Öl zum Dünsten
1 Salatgurke, 20 Cocktailtomaten

Anleitung:
1. Hefe in wenig Wasser auflösen, etwas Mehl zugeben und an einem warmen Ort 1 Stunde ruhen lassen. Mehl und Maismehl in eine große Schüssel geben, die aufgelöste Hefe und 1 Liter lauwarmes Wasser hinzufügen. So lange rühren, bis der Teig schön glatt ist. Dann zudecken und an einem warmen Ort erneut 1 Stunde gehen lassen. Nun gibt man Salz zu und rührt die Masse gut durch. Während der Geh-Zeiten kann man parallel auch schon mit der Zubereitung des Dorho beginnen (Schritt 3).
2. Sobald der Teig wieder ein bisschen aufgegangen ist (er ist immer noch sehr flüssig, aber das muss so sein), kann man 1 Schöpflöffel davon in eine heiße beschichtete Pfanne gießen (ohne Fett) und schnell durch Bewegen der Pfanne verteilen. Mit einem Deckel zudecken. Der Fladen ist fertig, wenn er sich vom Rand löst. Er muss viele kleine Bläschen aufweisen. Die Pfanne nach jedem Durchgang vorsichtig mit einem Küchentuch sauber wischen. Fladen warmstellen.
3. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer sehr fein hacken. Hähnchen in kleine Stücke zerteilen, Haut, Fett und Sehnen entfernen. Zitronen in Scheiben schneiden. (Eier kochen.)
4.Die Hähnchenstücke mit den Zitronenscheiben in Wasser geben, waschen und einweichen lassen
Zwiebeln in wenig Öl dünsten. Berbere dazugeben, Hähnchenstücke aus dem Wasser nehmen, leicht einschneiden, mit in die fertige Soße geben, weich kochen. (Gekochte Eier schälen und einschneiden, noch leicht in der Soße mitkochen lassen, dann wieder herausnehmen. Dazu servieren.)
5. Fladen auf einer oder mehreren Platten auslegen und Dorho mit frischem Gemüse darauf drappieren.
Dauert: 90 Minuten (plus 2 Stunden Geh-Zeit)

Mein Fazit:
Zubereitung: Puh, das ist wirklich eine ziemliche Arbeit. Allein die Fladen brauchen durch die vielen Ruhezeiten viel Vorbereitungszeit. Das Hähnchen zu Zerteilen ist wirklich Fleißarbeit. Ich überlege, ob ich nächstes Mal nicht einfach nur Hähnchenfilets kaufe und es damit mal probiere. Trotzdem hat sich die ganze Vorbereitung gelohnt:
Geschmack: Wow. Schmeckt wirklich so ähnlich wie in meinem Lieblingsrestaurant und auf jeden Fall saulecker. Das Dorho ist recht würzig mit leichter Schärfe (ich habe nicht ganz so viel Berbere hinein, wie es ein Eritreer vielleicht gemacht hätte) und das Hähnchenfleisch darin zart und schön saftig. Die Fladen mildern die Schärfe dann etwas ab und man kann gar nicht mehr aufhören zu essen, obwohl das alles ziemlich sättigend ist.

Das Hähnchenfleisch wird durchs Kochen superzart.
Die Fladen bleiben auch beim Backen in der Pfanne ganz hell.
Sieht gar nicht so viel aus, aber durch die Hefefladen wird man (leider) sehr schnell satt.
Mit den Händen ein Stück Fladen abreißen und dann das Fleisch damit aufnehmen. So lecker.
Und nochmal aus der Vogelperspektive weils so schön ist.

 

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