Vielleicht hat es der ein oder andere aufmerksame Leser schon bemerkt: Ich bin ein Gugl-Fan. Der klassische Guglhupf ist meist schnell zusammengerührt, lässt sich leicht transportieren, hält ein paar Tage und kann sowohl auf dem feinen Kaffeetisch als auch beim Picknick auf die Hand serviert werden. Letzteres habe ich am Wochenende getan, ich habe nämlich neben meinen Aktivitäten in der Küche noch weitere Hobbies: Ich mache zur Zeit den Tauchschein (siehe Beweisfoto ganz unten im Post). Für unseren ersten Freiwasser-Tauchgang am Wünschsee wollte ich meine Tauch-Crew mit einem saftigen frischen Kuchen überraschen und habe dazu den Apfel-Rhabarber-Guglhupf aus meinem neuen „Apfelliebe“-Buch gebacken. Ich stelle euch zuerst das hübsch neue Büchlein vor und dann gibts das Rezept für den unglaublich saftigen Gugl!

Ein ganzes Buch über Apfelküche… ein Traum!
So lecker! Der Kuchen kommt gut an am Kaffeetisch!

Immer wenn man denkt, man hat eigentlich für alle Themen bereits ein Kochbuch fällt einem wieder etwas neues in die Hände. Das Buch „Apfelliebe – Köstliche Rezepte – von der Suppe bis zum Dessert“ aus dem Thorbecke-Verlag stammt von Anke von Heintze und Hester Wilde und beinhaltet 104 Seiten voller Apfelrezepte. Gemäß dem Spruch „One Apple a day keeps the doctor away“ esse ich ungelogen seit Jahren mindestens einen Apfel täglich und verarbeite meine Lieblingsfrucht sehr häufig in Kuchen oder Desserts. Im Buch habe ich nun aber so viele weitere Verwendungen für Äpfel gefunden, dass ich unbedingt wieder neue Rezepte ausprobieren möchte: Apfelauflauf, Ente mit Calvadosäpfeln, Apfelchutney und Apfel-Rosmarin-Eis sind nur Einige dieser „Wasser-im-Mund-Zusammenlaufer“.


Die Buchautorinnen sind natürlich wieder vom Fach, Frau von Heintze hat als Hobbyköchin eine Agentur gegründet, die sich überwiegend mit Food-Themen befasst und Hester Wilde arbeitet als Foodredakteurin.

Erstes umgesetztes Rezept: Der Apfel-Rhabarber-Gugl

Rein optisch reißt mich das Buch ehrlich gesagt nicht vom Hocker. Da habe ich viele andere im Regal die bunter, größer, schöner fotografiert oder einfach individueller sind. Trotzdem hat das Buch seinen Platz in meinem Regal durchaus verdient, denn die Rezeptauswahl ist vielfältig und die Beschreibungen sehr gut verständlich und nachvollziehbar. Die eher schlichte Gestaltung ist hier nicht von Nachteil. Ich habe schon nach dem ersten Durchblättern viele neue Inspirationen gewonnen und die Rezepte sind alles andere als langweilig. Das Buchformat empfinde ich als sehr angenehm, bisschen größer als DIN A5 passt es auch mal in die Tasche (soll ja Menschen geben, die im Bus Kochbücher lesen *räusper*ich *räusper).

Apfel in die Suppe? Warum nicht?

Die Aufteilung der Rezepte ist schön übersichtlich in:

  • Vorwort
  • Kleine Apfelkunde
  • Suppen
  • Salate
  • Apfel-Fisch-Gerichte
  • Apfel-Fleisch-Gerichte
  • Desserts
  • Kuchen und Torten
  • Gebäck und Brot
  • Konfitüren, Kompott und Gelees
  • Getränke
  • Register

Schön finde ich auch, dass man immer wieder Zusatzinfos zu Äpfeln oder anderen Zutaten bekommt. Am Anfang werden in der kleinen Apfelkunde die bekannten Apfelsorten vorgestellt und später gibt es immer wieder Infokästen mit interessanten Fakten oder Tipps. Ich werde sicher einige der Rezepte nachkochen/-backen und dann wieder hier darüber berichten. Jetzt aber endlich das Rezept für meinen „Taucher-Gugl“:

Apfel-Rhabarber-Gugl

Zutaten (für 12 große Stücke):
200g Rhabarber
250g Äpfel
100g Marzipanrohmasse
250g weiche Butter
125g Zucker
6 Eier
120g Mehl
80g Speisestärke
Schalenabrieb von 1 Bio-Orange
50g gehackte Mandeln
Salz
Puderzucker


Anleitung: 
1. Rhabarber und Äpfel putzen, schälen, entkernen und in 1cm große Würfel schneiden. Marzipan grob zerrupfen und mit Butter und 50g Zucker 10 Minuten sehr cremig aufschlagen.

Mit der Silikonform klebt nichts an.

2. Eier trennen. Eigelbe unter den Teig rühren. Mehl mit Stärke und Organgenschale mischen und kurz einarbeiten. Fruchtstücke und Mandeln zum Teig geben und unterrühren (geht etwas schwer, weil der Teig noch zäh ist – dranbleiben!).
3. Eiweiße mit Prise Salz steif schlagen und 75 g Zucker einrieseln lassen, weiterschlagen bis sich der Zucker gelöst hat. Ein Drittel des Eischnees unter Teig rühren. Den Rest locker unterheben.
4. Teig in eine gefettete (oder Silikon-) Form geben und bei 180°C ca. 60 Minuten backen. Mit Holzstäbchen die Garprobe machen und ggf. nochmal etwas länger backen.
5. Kuchen vollständig erkalten lassen und dann aus der Form stürzen. Nun mit Puderzucker bestäuben.

Dauert: 55 Minuten (plus 60 Minuten im Ofen)

Mein Fazit: 
Zubereitung: Ich habe mich diesesmal bewusst genau ans Rezept gehalten (obwohl mir das schwer fällt, man kann doch an so vielen Stellen kreativ werden) und das hat sich gelohnt. Es hat mich ein bisschen gewundert, dass kein Backpulver im Teig ist, aber der Kuchen geht trotzdem wunderbar auf. Das einzige was ich nicht gemacht habe, war die Dekoration zum Schluss (aprikotieren, dann weiße Kuvertüre und essbare Blüten), weil der Kuchen so niemals heil und unzerschmolzen am Tauchplatz angekommen wäre. Deshalb habe ich die schlichte Variante gewählt und mit Puderzucker bestäubt, was dem Geschmack keinen Abbruch getan hat.
Geschmack: Wie schon oben beschrieben wird der Kuchen sagenhaft saftig! Man schmeckt sowohl Rhabarber als auch Apfelstücke gut heraus und der Teig dazwischen ist herrlich buttrig mit feinem Orangenaroma.

Die Silikonform (von Birkmann) gibt dem Gugl eine tolle Kontur.
Am Tauchplatz angekommen hat der saftige Kuchen fast den ganzen Puderzucker aufgesaugt.
Aufgeschnitten ein Gedicht: Die Fruchtstücke sind nicht zu Boden gesunken sondern gleichmäßig verteilt.

PS: Hier kommt das versprochene Beweisbild von meinem Tauchgang. Ich bin der lachende Seehund ganz links. Und ja, es war kalt. Saukalt. Trotzdem hat es sich gelohnt, ich habe sogar mehrere Hechte gesehen und bin stolz wie bolle, dass ich den ersten Freiwassertauchgang ohne größere Zwischenfälle abgeschlossen habe 🙂


Nachtrag (2.5.14): Hester Wilde, die Autorin hat diesen Post auf Facebook kommentiert! Wieder eine Autorin, die meine Rezension gelesen hat, ich freu mich riesig! Das ist wie ein signiertes Kochbuch, nur irgendwie besser! Danke, Frau Wilde, ist mir eine Ehre!

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