Hefeteig war früher für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Entweder er ist gar nicht erst aufgegangen und das Gebäck war dann hart und trocken. Oder er war so klebrig, dass ich mehr Teig an den Händen als auf dem Backblech hatte. Mit der Zeit habe ich aber viel dazugelernt und kann stolz sagen, dass mir der Hefeteig mittlerweile jedesmal gelingt. Hier meine Top 10 Geheimtipps und ein geniales Rezept für einen raffinierten Pfirsichkuchen.

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Damit gelingt euch jeder Hefeteig (Copyright Bild**)

  1. Hefeteig braucht Zeit. Er muss mindestens 2 Stunden gehen können, lieber länger. Pizzateig schmeckt zum Beispiel erst richtig gut, wenn er eine Nacht geruht hat (Achtung, der Teig hier im Rezept ist ein süßer Hefeteig, für Pizza könnt ihr z.B. dem von lamiacucina nehmen).  Vorteig ja/nein? Ganz ehrlich: Ich mache keinen Vorteig. Wenn ihr dem Teig genug Zeit zum Gehen lassen gebt, könnt ihr euch den Schritt sparen.
  2. Hefeteig liebt es warm, aber nicht heiß. An einem warmen Ort gehen lassen heißt es so schön. Das heißt aber 30°C und nicht Herdplattenhitze. Am besten neben eine Heizung stellen oder im Sommer in die Sonne.
  3. Hefeteig mag hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn ihr merkt, dass sich eine trockene Haut auf dem Teig bildet, träufelt etwas warmes Wasser darauf. Der Teig muss immer leicht feucht glänzen.
  4. Zur Ruh‘ deck ich dich zu. Zum Gehen den Hefeteig in eine gut wärmeleitende Schüssel (zum Beispiel Metall) geben und mit einem leicht angefeuchteten Geschirrtuch abdecken.
  5. Ein Schlückchen ihn Ehren, kann keiner verwehren. Ein Schuss Weißwein (20 ml auf 500g Mehl) sorgt für einen geschmeidigeren Teig, der noch besser aufgeht.
  6. Ein bisschen Schmalz muss sein. Wenn ihr einen Teil des Fetts durch Butterschmalz ersetzt, wir der Teig noch geschmeidiger.
  7. Spatel vs. Klebeteig. Guter Hefeteig klebt und das ist gut so. Fasst ihn deshalb nur mit mehlbestäubten Händen an und holt ihn am besten mit einem Plastikspatel aus der Schüssel. Damit lässt sich der Teig auch sehr gut in Stücke teilen, falls das nötig ist.
  8. Klebeteig vs. Nudelholz. Versucht möglichst wenig oder kein Mehl zum Ausrollen zu verwenden, dass macht den Teig wieder trocken. Lieber den Teig zwischen zwei Backfolien legen und mit dem Nudelholz zwischen den Folien auswellen.
  9. Ein Glas Wasser bitte! Wenn ihr das Hefegebäck in den Ofen schiebt, stellt ein Schüsselchen warmes Wasser auf den Ofenboden. Das verdampfende Wasser „zieht“ den Teig noch mehr nach oben.
  10. Nachgehen lassen. Das fertige Gebäck nicht sofort in den Ofen schieben, sondern noch 10-20 Minuten nachgehen lassen.
  11. (Nachgereicht von Anna und gleich für gut befunden) Verhau den Teig! Für 500g Mehl 1 Hefewürfel unter Rühren in einer Tasse warmes Wasser auflösen. Kurz stehen lassen, dann zum Mehl geben und möglichst intensiv kneten. Nicht wie Rührteig, von dem schon Oma wusste, dass er „nicht kräftig gerührt werden will“, wird Hefeteig umso besser, je mehr man ihn (vor dem Gehen!) bearbeitet.
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Der Pfirsichkuchen „Rose“ ist ein Hingucker (Copyright Bild**)

Pfirsichkuchen „Rose“

Zutaten:
500g Mehl
50g Zucker
1 Prise Salz
90g Butter (oder die Hälfte davon Schmalz)
230 ml Milch
20 ml Weißwein
1/2 Würfel Hefe
1 Packung backfeste Puddingcreme Vanille
250ml Milch
4 Pfirsiche
Puderzucker

Zubereitung:
1. Mehl mit Zucker und Salz vermischen. Milch und Weißwein mit Butter etwas erwärmen (nicht kochen!), damit Butter weich wird. Hefe zur Milch geben und mit Mehlmischung verrühren bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. An einem warmen Ort gehen lassen, bis der Teig die doppelte Größe erreicht hat.
2. Pfirsiche waschen und in feine Scheiben schneiden.
3. Teig zwischen zwei Backfolien ausrollen. Creme nach Packungsanleitung zubereiten und dünn auf den Teig streichen. Teig in ca 1,5cm breite und 8-10cm lange Streifen schneiden und jeden Streifen mit Pfirsichen belegen.
4. Teigstreifen der Länge nach aufrollen und die Schnecken aneinander in gefettete Springform setzen. 10 Minuten nachgehen lassen und anschließend im Ofen bei Ober-Unterhitze bei 180°C ca. 45 Minuten backen bis der Kuchen goldbraun ist.

Dauert:
20 Minuten (plus 45 Minuten im Ofen)

Mein Fazit:
Zubereitung: Ich liebe das Arbeiten mit Hefeteig. Wenn ihr die Tipps oben beachtet, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.  Der Kuchen sieht ziemlich raffiniert aus, die Zubereitung ist aber gar nicht so schwer, wenn man den Bogen einmal raus hat.
Geschmack: Schmackofatz! Fluffig weich und etwas knusprig schmiegt sich der Hefeteig um die saftige Pudding-Pfirsich-Füllung. Zum Reinlegen gut!

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Der Duft von Hefegebäck durchströmt das ganze Haus! (Copyright Bild*)

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Hier sieht man wie fluffig locker der Hefeteig geworden ist. (Copyright Bild*) 

 

Hinweis: Normalerweise veröffentliche ich hier nur Bilder, die ich selbst aufgenommen habe. In diesem Rezept sind ausnahmsweise auch Bilder vom Fotoshooting mit Manuel eingebettet, die habe ich dann natürlich extra gekennzeichnet:

* Copyright „Julia Kitzsteiner“
** Copyright „Manuel Weidenauer“

Hinweis 2: Mit dem Rezept für den Pfirsichkuchen nehme ich am Blogevent „Lust auf Picknick“ von Meine Küchenschlacht teil, weil sich der Kuchen ganz toll transportieren lässt und man ihn sogar ohne Teller und Besteck essen könnte, wenn es drauf ankommt.

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6 Thoughts on “10 Tipps für perfektes Hefegebäck und Pfirsichkuchen „Rose“

  1. Hallo Julia!
    Mit dem Pizzateig gebe ich dir ja recht, aber dann empfiehlt es sich die Hefemenge ganz drastisch zu reduzieren. Schau mal bei Robert, der hat das wirklich gut dargelegt: http://lamiacucina.wordpress.com/2007/05/14/pizza-2-der-teig/
    Und statt der backfesten Puddingcreme nehme ich inzwischen immer einen Vanillepudding, der nur mit 350-400 ml Milch (statt der üblichen 500 ml) gekocht wird. Schmeckt uns besser.
    Viele Grüße
    Petra

    • kochliebe on 25. August 2014 at 18:43 said:

      Liebe Petra,
      guter Hinweis! Ich hab gleich mal den Link zum Pizzateig mit aufgenommen! Das mit dem Pudding muss ich mal ausprobieren. Schmeckt das dann vanilliger?
      Liege Grüße
      Julia

  2. Liebe Julia!
    Bitte gerne doch 🙂
    Naja ich finde es schmeckt nicht so künstlich. Und die Höchstform ist dann kein Vanillepudding mit Tüte sondern einer ganz ohne Tüte gekocht. Auch wenn ich öfters man einen ohne Tüte koche, zum Backen und wenn es schnell gehen muss, greife ich doch zur Tüte. Wenn du es noch vanilliger magst, dann kannst du ja gemahlene Vanille oder das Mark der Vanilleschote (bzw. diese in der Milch mitkochen lassen) zugeben.
    Und zum Thema Vanille sag ich auch gleich noch was: die kaufe ich bei www. madavanilla.de einfach die beste Qualität, die mir bisher untergekommen ist zu einem vernünftigen Preis.
    Sorry für die vielen Tipps. Soll nicht böse gemeint sein.
    Liebe Grüße
    Petra

    • kochliebe on 25. August 2014 at 18:59 said:

      Liebe Petra, das empfinde ich gar nicht als „böse gemeint“. Ich freue mich immer über Tipps und lerne gerne dazu. Wird beim nächsten Mal auf jeden Fall ausprobiert!
      Viele Grüße
      Julia

  3. Danke liebe Julia!
    Ich lerne auch gerne immer wieder dazu und bin froh über Tipps. Allerdings erlebe ich auch immer wieder, dass sich Menschen angegriffen fühlen, wenn man ihnen ein gutgemeinten Tipp gibt. Von daher bin ich dann eher vorsichtig.
    Nebenbei liebe ich Hefeteig – es ist einfach ein tolles Gefühl ihn zu kneten und zu formen.
    Habe heute erst wieder einen Butterzopf (http://www.kleineisel.de/blogs/index.php/brotundrosen/2008/06/17/goettliches-gelee-auf-koestlichem-butter)
    gebacken – tolles Gefühl der Teig.
    Liebe Grüße
    Petra

  4. Liebe Julia,

    mmmh ich liebe Pfirsich.
    Das klingt so gut.
    Ganz lieben Dank für den leckeren Beitrag.

    Ich freue mich das Du dabei bist und drücke die Daumen.

    Ganz liebe grüße Stephie

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