Die 9 Wochen „Schmeck die Heimat“ gingen nun doch schneller vorbei als zuerst angenommen. Ich gebe zu, es war nicht immer einfach sich nur von regionalen Lebensmitteln zu ernähren, aber ich habe in den letzten Wochen viele tolle Erfahrungen gemacht und bin schließlich doch froh dabeigewesen zu sein. Als Bonus zu meinem Fazit gebe ich euch noch 5 unschlagbar gute Tipps, mit welchen es gar nicht mehr schwer ist, sich regionaler zu ernähren.

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Ganze neun Wochen essen von der Ostalb. Am Anfang der Aktion klang das nach einem furchtbar langen Zeitraum. Als Foodbloggerin interessiere ich mich für so ziemlich alles was essbar ist, natürlich auch überregional und so hatte ich schon ein bisschen Angst vor Verzicht. So vielfältig die schwäbische Küche auch ist, so fruchtbar unsere Böden auf denen (vor allem zu Aktionsbeginn im Herbst) herrliche Früchte wachsen – manche Sachen gibt es hier einfach nicht. Keinen Kaffee, keine Schokolade und auch nicht meinen geliebten Parmesan. Durch die „Fair Trade“ Regel konnte ich trotzdem relativ gut einkaufen, auch wenn es bei der bunten Vielfalt im Supermarkt manchmal schwer fiel. Es war schon so: Die Aktion bedeutete an der ein oder anderen Stelle tatsächlich Verzicht für mich. Aber wo sich an der einen Stelle eine Tür schloss, öffneten sich zwei weitere für mich: Ich habe meine Heimat nun erst mal so richtig kennengelernt. Plötzlich sehe ich an jedem Eck neue kulinarische Möglichkeiten. Geschäfte, die ich einfach nicht wahrgenommen hatte, Restaurants, die ich vorher nie betreten hatte und Direktvermarkter von selbst angebauten Lebensmitteln, die ich nicht hier auf der Ostalb vermutet hatte. Und das allein hat meine Teilnahme bei „Schmeck die Heimat“ schon lohnenswert gemacht!

Voller Einsatz in der Küche:

Was mir während der Aktion immer wieder auffiel: Wir leben hier in einem Schlaraffenland! Wir können im Supermarkt, Spezialitätengeschäfte und Internet ALLES kaufen! Hunderte Käsesorten aus der ganzen Welt, die exotischsten Früchte, Gewürze aus den entlegensten Winkeln der Erde – und alles zu absolut bezahlbaren Preisen! Und gerade deshalb sollten wir uns genau darüber informieren, woher diese Dinge kommen und wie sie entstanden sind. Wenn wir hier so wunderbar günstig Lebensmittel von der anderen Seite der Erde konsumieren können, bezahlt irgendjemand oder irgendetwas den Preis dafür. Sei es durch Massentierhaltung, durch Ausbeutung von Bauern, durch Abholzung von Regenwald, durch Einsatz von Chemie wie Schädlingsbekämpfungsmittel oder Antibiotika, durch Zusätze wie Konservierungsstoffe und viele andere Faktoren. Mir ist es wichtig geworden zu wissen, was ich einkaufe und das ist viel einfacher, wenn ich Lebensmittel aus der eigenen Region einkaufe.

Und jetzt? Wie geht’s weiter? Natürlich werde ich mich auch künftig so gut es geht regional ernähren. Klar, genieße ich auch die Annehmlichkeiten eines Supermarkts und exotische Früchte und Meeresfrüchte und und und. Aber eben bewusster. Ein Projekt, das mir sicher dabei hilft, ist mein Gemeinschaftsprojekt Be Reggie und natürlich eure vielen Kommentare auf dem Blog und meinen anderen Kanälen. Vielen Dank für eure Unterstützung!

Alle Zeitungsartikel mit mir im Überblick:

5 Tipps wie regionale Ernährung ganz einfach ist

1. Besuche den Wochenmarkt deiner Heimatstadt

In jeder Stadt und fast jedem Dorf gibt es regelmäßig Wochenmärkte, wo regionale Anbieter ihre Waren verkaufen. Egal ob Gärtnerei, Bauer, Imker oder Metzger – sie alle stammen aus der unmittelbaren Umgebung und ein Großteil ihrer Ware stammt aus eigenem Anbau. Natürlich kostet das etwas mehr Zeit, als der Besuch im Supermarkt. Wenn man den Marktbesuch allerdings zelebriert und als festes Ritual in seinen Alltag einbaut, ist das eine gut genutzte Zeit. Genieße die viele Farben, die Düfte, das bunte Treiben der vielen Menschen! Zum Marktbesuch ist aber auch wichtig Punkt 2 zu beachten:

2. Reden ist gold

Egal ob am Marktstand, im Supermarkt oder im Geschäft – rede mit deiner Umgebung. Stelle Fragen, woher die Sachen stammen, was gerade Saison hat und was besonders empfehlenswert ist. Ein Händler ist stolz auf seine Ware und wird euch gerne etwas darüber erzählen. So bekommt ihr immer die beste Qualität und mit den zusätzlichen Informationen im Hinterkopf schmeckt es noch besser. Auch Tipps zur Zubereitung oder Lagerung sind direkt vom Erzeuger natürlich wertvoller als aus Internet und Co.

3. Setz auf saisonal

Nicht nur regional, auch saisonal einkaufen ist sehr sinnvoll. Die Produkte, die zur aktuellen Jahreszeit geerntet werden sind billiger, als die, die schon lange gelagert oder im Gewächshaus gewachsen sind. Also ruhig auch mal größere Mengen kaufen und dann einmachen oder einfrieren. Die Äpfel im Herbst sind die knackigsten und ergeben ein herrliches Apfelmus, der Bärlauch im Frühling kann als Pesto das ganze Jahr haltbar gemacht werden.

4. Supermarkt mit Bedacht

Wer doch keine Zeit (oder Lust) für den Wochenmarkt hat: Auch im Supermarkt gibt es regionale Produkte. Viele Supermarktketten (z.B. Rewe und Edeka) kennzeichnen diese Sachen sogar extra mit kleinen Schildchen. Im Zweifelsfall einfach mal fragen. Jedenfalls bekommst du so auch unter der Woche frische Lebensmittel und musst nicht zig verschiedene Anbieter abklappern.

5. Gut geplant ist halb gewonnen

Es lohnt sich, die Mahlzeiten für die Woche vorzuplanen. Einfach am Wochenende mit Partner oder Familie kurz zusammensetzen und einen kleinen Mahlzeitenplan schreiben. So kannst du gezielter einkaufen, es verderben weniger Lebensmittel und die Gefahr von teuren Spontankäufen wird deutlich reduziert.

PS: An dieser Stelle noch ein paar Dankesworte:

  • Danke an die Initiatoren von „Schmeck die Heimat“, besonders Herrn Koehle und Herrn Albrecht
  • Danke an das Team der Schwäpo, die die tollen Artikel über unsere Fortschritte bei der Aktion geschrieben haben
  • Danke an Familie Ruf und Ulrike, die Zusammenarbeit mit euch hat großen Spaß gemacht, wir sind ein tolles Team und ich würde mich freuen, wenn wir auch künftig das ein oder andere Mal gemeinsam regional kochen.
  • Danke an meinen Schatz, der mich bei der Aktion unterstützt und sogar begeistert mitgemacht hat, obwohl ich ihm erst davon erzählt habe, als wir schon als Teilnehmer angenommen waren.
  • Danke an euch Leser! Ihr habt uns mit euren Kommentaren, euren Likes und euren Tipps immer wieder motiviert weiterzumachen und gezeigt wie wichtig regionale Ernährung auch für euch geworden ist.

PSS: Auch die anderen Teilnehmer möchten weitermachen und sich regionaler ernähren. Schaut doch ab und zu auf ihren Blogs vorbei, es lohnt sich:

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