So nach und nach arbeite ich gerade meine vielen To-Do-Ordner fürs Blog auf und finde so viel Schätze darin, die ich unbedingt mit euch teilen muss. Die letzte Aufgabe von Schmeck-die-Heimat war ein gemeinsamer Backabend mit allen Teilnehmern. Wir sollten natürlich regional und nach alten schwäbischen Rezepten backen. Gar nicht so schwer, wenn man die richtige Unterstützung hat!

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Alle Teilnehmer der Aktion auf einem Bild. War ja klar, dass ich mir das Nudelholz geschnappt habe 😉

Mit dabei waren alle Teilnehmer der Aktion: Die Familie Ruf aus Aalen, Elke-Ulrike Ruhdel aus Schwäbisch Gmünd, Herr Köhle (der Initiator der Aktion), die Presse und sogar Albrecht Barth schaute später noch kurz vorbei. Unterstützt wurden wir von Ina Nauert vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft und Erziehung (Landratsamt). Sie war vorbildlich vorbereitet, hatte sich richtig ins Thema eingearbeitet, tagelang recherchiert und eingekauft und sogar schon drei von vier Plätzchenteigen vorbereitet. Wow!

Gemeinsam sprachen wir die Rezepte durch, allesamt wirklich alte schwäbische Klassiker. Und das stand auf dem Programm:

Hutzelbrot

Hutzelbrot kannte ich noch aus meiner Kindheit. Kleine Exkursion: Ich war auf einem katholischen Kindergarten, der sehr viel Wert auf Gesundheit legte, weshalb dort alles aus Zucker verboten war. Kein Fanta, keine Plätzchen, kein Kuchen zum Geburtstag, keine Süßigkeiten. Zu trinken gab es nur (ungesüßten!) Tee und als Frühstücksvesper gab es Vollkornbrot mit Frischkäse und Paprika. Und zum Geburtstag mussten die Mütter dann jedes Mal das sogenannte Hörbebrot backen, ein Früchtebrot komplett ohne Zucker, dafür mit viel getrocknetem braunen Zeugs. Leider hat das alles nichts geholfen, ich hab den ganzen Zuckermangel dann einfach als Grundschülerin nachgeholt. Räusper. Zurück zum Backkurs. Die Hutzelbrote im Kurs waren deutlich leckerer, es war nämlich Weißmehl, Zucker und sogar Birnenschnaps drin und so schmeckte es nicht ganz so gesund wie in meiner Erinnerung.

Albertle

Obwohl schwäbischer Klassiker, hörte ich diesen Namen zum ersten Mal. Im Endeffekt sind es einfache Ausstecherle. Ich würde sie in einem nicht-regionalen Kochkurs wahrscheinlich mit viel Zuckerzeugs verzieren oder wenigstens mit Marmelade zusammenpappen und Schoki draufpinseln. Aber als Teegebäck sehr lecker auch ohne alles.

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Springerle

Springerle kenne ich noch von meiner Tante Gretl. Da gab es dieses Anisgebäck nämlich immer und ich war fasziniert von den blütenweißen Keksen mit wunderschönen Motiven darauf. Unsere im Kurs wurden nicht ganz so blütenweiß, weil wir Rohrzucker verwendet haben. Trotzdem schmecken sie lecker nach Anis und sind superknusprig. Faszinierend finde ich, dass in den Plätzchen selbst gar kein Anis drin ist, sondern sie den Geschmack bekommen, weil sie vor dem Backen auf Anissamen antrocknen.

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Griebenplätzle

Kennt ihr Grieben? Grieben sind ein Nebenprodukt der Talg- und Fettgewinnung aus tierischen Produkten. Ja genau. Uäh. Ich kannte vorher noch Griebenschmalz, der auf einem dunklen Brot mit Schnittlauch bestreut sogar gar nicht so schlecht schmeckt. Aber im Plätzchen? Na, wir probieren alles aus und haben deshalb Grieben mit Mehl, Zucker, Ei und Zimt verknetet und Sterne daraus geformt. Das Ergebnis war überraschend vorhersehbar: Es schmeckte irgendwie seltsam, nach einer Mischung aus Herzhaft und Süß, leider nicht wirklich mein Fall. Vielleicht wieder Schoko drüber? Hm. Werde es die Tage mal zu meinen Verwandten mitnehmen und sehen, was die so dazu meinen 🙂 Einen davon habe ich auch in das PAMK-Paket für Anna gesteckt. Anna, hast du schon probiert? Was sagst du dazu?

Der Abend hat mir großen Spaß gemacht, es war schön noch mal mit den anderen Teilnehmern über die Herausforderungen der Aktion zu sprechen. Am Ende bekamen wir noch als Dankeschön ein tolles Kochbuch von Herr Köhle. Danke besonders an Frau Nauert, die sich so viel Arbeit gemacht hat und uns so diese Menge an Gebäck überhaupt erst ermöglicht hat. Auch Familie Ruf und Ulrike haben über den Abend berichtet. Schaut doch mal vorbei!

Jetzt gibt es nur noch einen allerletzten Artikel zur Aktion von mir: Das Fazit. Das gibt es auf jeden Fall noch dieses Jahr, aber erst nach Weihnachten!

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