Von Raw-Essen habe ich bereits vor einer Weile gehört. Als Serienjunkie kenne ich nämlich die Folge von „Sex and the City“, in der Samantha im Szenerestaurant „Raw“ ihren Smith kennenlernt.  Für alle Nicht-Fernseh-Süchtigen: Raw-„Kochen“ ist die Zubereitung von rohen Lebensmitteln bei Temperaturen bis maximal 40 °C. Diesen Trend habe ich mir mit dem Buch „Go Raw be Alive“ von Boris Lauser genau angesehen und das Rezept für „Dim Sum“ für mein Ostermenü vorgetestet. Und am Ende des Berichts könnt ihr ein weiteres Exemplar des Buchs gewinnen!Raw Dim Sum11

Lauwarmes Essen ist mir als Food-Blogger ja nicht unbekannt, bis ich mein Essen fertig fotografiert habe, ist es meistens nur noch lauwarm. Bei „Raw“ geht es aber um etwas anderes, nämlich um Zubereitung unterhalb dem Siedepunkt. Prinzipiell sind hier alle Lebensmittel erlaubt, aber da sich der Buchautor nachhaltig und vegan ernährt, gibt es im Buch auch keine Rezepte mit tierischen Produkten wie Fleisch oder Milch.

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„Go Raw be alive! So schmeckt gesund.“ von Boris Lauser ist im Kosmos-Verlag erschienen (ISBN 9783440143582, unverbindliche Preisempfehlung 19,99€). Zuerst mal zum Optischen: Wie viele Bücher im Kosmos-Verlag ist auch dieses fast quadratisch und relativ groß. Der dicke gebundene Einband und das rote Lesezeichen geben dem Buch gleich etwas hochwertiges. Schöne, optisch sehr anspruchsvolle Bilder von knackigem Gemüse und hübsch angerichtetem Essen machen gleich Lust auf mehr.

Die 160 Seiten sind in verschiedene Kapitel unterteilt:

  • Einführung
  • Basics
  • Basics für jeden Tag
  • Frühstück
  • Suppen&Salate
  • Brote, Wraps und Dips
  • Hauptgerichte
  • Süßes und Desserts

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Zum Autor: Boris Lauser nennt sich „Raw-Food-Chef“ und „Culinary Artist“ und veranstaltet in Berlin exklusive Raw-Dinner Events. Gleich in der Einführung erklärt Herr Lauser mit seiner Lebensgeschichte wie er zum ganzheitlichen Rohköstler wurde und sich sein Körper nach und nach umstellte und veränderte. Von Verzicht auf Zucker, Weißmehl und Fleisch wandelte sich die Ernährung zu rein veganer, dazu kam jede Menge Sport. Ehrlich gesagt habe ich den zierlichen Autor auf den ersten Blick für eine Frau gehalten, aber gesund sieht er auf jeden Fall aus! Er strahlt einem förmlich entgegen.

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Schlank, fit und happy mit Rohkost heißt es gleich auf dem Cover des Buchs, in der Einführung erklärt der Autor warum Rohkost gesund ist und schlank hält: Gekochtes bedeutet immer Verlust an wichtigen Nährstoffen und Mineralien. So bekommt man über rohes Essen viel mehr Vitamine ab und der Körper bleibt fit und wach (das Mittagstief entfällt). Das ist super für Ausdauersport und Yoga, aber auch Allergie-, Schlaf- und weiter Gesundheitsprobleme soll man so in den Griff bekommen. Es folgt eine Übersicht was es alles an roh verzehrbaren und veganen Lebensmitteln gibt. Lauser würzt viel mit Kräutern und Miso, greift auch auf Superfood wie Chia zurück um die nötige Energiemenge zusammenzubekommen.

Puh, einiges an Theorie, aber es ist ja auch ein Sachbuch und kein reines Kochbuch. Wichtig ist, dass man sich nicht von heute auf Morgen einfach „raw“ ernähren kann, sondern sich langsam und beständig umstellen soll. Zuerst also auf hoch denaturierte Produkte wie Weißmehl und Zucker und dann nach und nach auch die anderen Sachen verzichten. Viel trinken ist auch hier wichtig. Die Informationen im Buch sind übersichtlich dargestellt und gut verständlich. Es gibt zum Beispiel eine Liste mit Alternativen (frisches Obst statt Zucker, Nussmilch mit Rohkakao statt Kaffee, Miso statt Salz) und einen Einkaufsführer mit Tipps für regionales und saisonales Einkaufen.

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Im Basic-Teil folgen Rohkosttechniken sind Dörren, Trocknen, Fermentieren, Mixen, Saften, Fermentieren etc. Ich finde es faszinierend was man alles ohne Erhitzen herstellen kann! Nur einige Beispiele: Sauerkraut, Joghurt, Nussmilch, Smoothies, Chiapudding, Misosuppe, Salate mit Früchten und so weiter. Auch Brot, dass aber nicht gebacken, sondern getrocknet wird.

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Mein Fazit zum Buch: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich meine Vorbehalte hatte weil ich kalte Hauptgerichte nicht wirklich mag. Schon Gazpacho war immer ein Graus für mich und ich finde einfach, Kochen hat seinen Sinn. Viele Lebensmittel können grundsätzlich von Menschen erst gekocht verzehrt werden und bei Allergien sind bestimmte Lebensmittel auch erst in gekochter Form genießbar (z.B. Äpfel für meinen Mann). Trotzdem erscheinen mir viele Dinge im Buch sehr einleuchtend und allein die Vegan-Welle zeigt gerade, dass man auch sehr gut ohne Burger&Co leben kann. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, komplett zum Raw-Evangelisten zu konvertieren. Viele Gerichte müssen 10-20 Stunden im Dörrautomat getrocknet werden, man muss fast alle Zutaten neu einkaufen und insgesamt ist alles eine sehr sehr große Lebensumstellung, die bei meinem jetzigen Lebensstil und Job nicht möglich wäre.

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Nichtsdestotrotz fand ich den Einblick in die „rohe“ Welt sehr interessant und einige Gerichte werde ich trotzdem mal nachkochen. Es gibt nämlich auch Rezepte im Buch, die man auch schneller zubereiten kann, z.B. das Rezept für ein Mousse au Chocolat mit Avocado und diese asiatischen Teigtäschchen:

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Dim Sum „Raw“

Zutaten (für 24 rohe Teigtäschchen):
60 g Cashewkerne
3 Karotten
1 kleine Petersilienwurzel
2 Frühlingszwiebeln
15 g Ingwer
1 EL Miso
2 EL Kokosblütenzucker
1 EL Reisessig
2 EL Sesamöl
etwas Chilipulver
8 Pflaumen
125 ml Wasser
75 ml Apfelessig
4 EL Kokosblütenzucker
1 kleine Chili
12 Blatt Reispapier
1 EL Sesamsamen
ggf. rote Beete

Anleitung:
1. Cashewkerne kleinhacken und 10 Minuten in Wasser einlegen. Karotten und Petersilienwurzel schälen und in grobe Stücke schneiden. Frühlingszwiebel waschen und klein schneiden. Ingwer schälen und in feine Streifen schneiden.
2. Kerne abgießen und mit Karotten, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Miso und Kokosblütenzucker in der Küchenmaschine zu einer feinkörnigen Masse verarbeiten. Essig und Sesamöl zugeben und mit Chili und Zucker abschmecken.
3. Für die Sauce Pflaumen, Wasser, Essig, Zucker und Chili in einen Mixer geben, 10 Minuten stehen lassen und dann zu einer zähflüssigen Sauce mixen.
4. Um die Dim Sum zu füllen in einen tiefen Teller ca. 60 Grad warmes Wasser füllen. Die Reisblätter ca 10 Sekunden einweichen und anschließend mit einer Küchenschere vorsichtig halbieren. Blätter nacheinander einweichen, sonst kleben sie zusammen. Je Hälfte einen TL Füllung in die Mitte geben und von den kurzen Seiten einklappen. Wie ein Bonbon an den Seiten einrollen und oben zusammenkleben. Eventuell mit einem Halm Schnittlauch fixieren.
5. Die rote Beete sehr fein aufschneiden und auf einem Teller drapieren. Mit der Soße beträufeln und die Dim Sum darauf anrichten. Sesamsamen darüber streuen und noch Soße in einem Schälchen dazu stellen.

Dauert: 30 Minuten

Mein Fazit:
Zubereitung: Man sieht schon an der Zutatenliste, dass dieses Gericht nicht gerade unkompliziert ist. Ich musste erst mal einkaufen gehen, weil ich so Sachen wie Kokosblütenzucker einfach nicht zu Hause habe. Dann war das Arbeiten mit dem hauchdünnen Reispapier auch ziemlich frickelig, es ist mir öfter gerissen oder am Tisch festgeklebt.
Geschmack: Wow! Ich gebe zu, ich hatte meine Vorbehalte, aber das RAW-Gericht schmeckt ziemlich lecker! Die Füllung wird würzig und sehr sämig und die Pflaumensoße hat mich am positivsten überrascht. Sie ist so schnell und einfach gemacht und schmeckt super. Nur den Essiganteil habe ich gegenüber dem Originalrezept etwas reduziert, weil sie mir sonst zu sauer wäre. Bei diesem Gericht isst das Auge definitiv mit, die kleinen Täschchen sehen einfach hübsch aus und sind sicher eine tolle Vorspeise auch für Nicht-Rohköstler. Einziger Wermutstropfen bei den Dim Sum ist, dass sie kalt sind, ich hätte sie warm einfach leckerer gefunden.

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Gewinnspiel

Wenn euch mein Bericht jetzt neugierig gemacht hat, könnt ihr jetzt ein weiteres Exemplar des Buchs „Go Raw be alive“ gewinnen.

[simnor_accordion][simnor_toggle accordion=“1″ icon=““ heading=“So könnt ihr gewinnen“ onload=“open“ text=“Schreibt mir als Kommentar unter diesen Blogpost, warum euch das Buch interessiert. Ende des Gewinnspiels ist am 1. Mai 2015 um 23.59 Uhr. Der Versand des Buchs erfolgt direkt über mich, ich gebe eure Adresse natürlich nicht weiter. In diesem Zug können leider nur Personen aus Deutschland am Gewinnspiel teilnehmen. Ich werde den/die Gewinner(in) anschließend per Losziehung bestimmen und auf dem Blog (Nachtrag in diesem Post) und auf Facebook bekannt geben. Dann habt ihr eine Woche Zeit, mir Ihre Adresse zuzusenden. Der Rechtsweg bleibt wie immer ausgeschlossen. Ich drücke euch die Daumen!“][/simnor_accordion]

Hinweis: Das Buch und der Preis wurden mir freundlicherweise von hallimash zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt.
Nachtrag (2.5.15): Die Gewinnerin des Kochbuchs „Go Raw be alive“ wurde soeben per Glücksfee ermittelt! Es ist… Maya!!! Liebe Maya, bitte melde dich schnell bei mir und schicke mir deine Adresse, damit ich dir das Buch zusenden kann.

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13 Thoughts on “„Go Raw be alive!“ | Rezension, Rezept & Gewinnspiel

  1. mia he on 31. März 2015 at 21:30 said:

    guten abend!
    ich bin neugierig geworden und würde gerne mein glück versuchen! vlg mia

  2. Liebe Julia,

    bisher esse ich ja höchstens mal rohe Gemüsesticks mit Quark 😉 – ansonsten sagt mir „raw“ gar nix. Weil ich aber so ein experimentierfreudiger Fuchs bin, interessiert mich dieses Art des Kochens total. Dein Post hat mich neugierig gemacht 🙂 Und deine Teigtäschchen hungrig 😛

    Viele Grüße,
    Manu

  3. Heyhey! Das Buch hatte ich schon und fand es toll. Ich habe es aber weiterverschenkt und würde mich freuen, wenn ich es doch nochmal selber haben könnte.
    Liebe Grüße
    Tonia

  4. Ich alsAnhänger der Klassischen kÜCHEN BIN JA EIN ABSOLUTER aNTI-vEGANER – ABER ES WÜRDE MICH MAL INTERESSIEREN WAS DA SO ALLES BEI RAUSKOMMT….

  5. Maya on 4. April 2015 at 13:16 said:

    Hej Julia,
    Raw is in the Air….Raw is in the Air….
    ich ernähre mich seit 3 Monaten Vegan,dadurch bin ich auf die Raw Küche gestoßen.
    Im Sommer könnte ich es mir durchaus vorstellen mich zu 80% roh zu ernähren.
    Deshalb wäre es schön, das Buch noch zu Gewinnen um richtig durchstarten zu können!

    ———Heute Abend werde ich DimSum servieren! ;o))*
    Danke für die Idee!!!!——–

    Schöne Ostern!
    Grüße
    Maya

  6. Ich habe von dem Buch jetzt schon ein paar Mal gehört und finde das ganze Thema wirklich spannend. Um ganz ehrlich zu sein, bin ich auch noch etwas spektisch, aber mit diesem Gewinn würde ich es gern einmal selbst ausprobieren.
    Frohe Ostern!
    Liebe Grüße, Becky

  7. Ich hatte das Buch schon im Laden kurz in den Händen beim Stöbern. Schon verrückt, was man alles roh machen kann. Ich würde da gerne noch was dazu lernen, dass außer Salat und Joghurt mal cooleres Raw-Futter aufgetischt werden kann ^_^
    Liebe Grüße, Sabine =)

  8. sofie on 9. April 2015 at 18:43 said:

    eine Freundin hat das Buch und ich bin hellauf begeistert davon

  9. Hallo Julia,
    die Dim Sum sehen einfach nur lecker aus. Ich koche gerne weil ich mich dabei so gut entspannen kann und anderen mache ich damit noch eine freude. Versuche einfach mein Glück.

    Gruß Linny

  10. Rohe Küche ist für mich Neuland. Das Buch bietet bestimmt interessante Anregungen. Deshalb möchte ich es gerne gewinnen.

  11. Fery on 15. April 2015 at 16:45 said:

    Hi Julia,

    was für ein tolles Bericht!

    Man kriegt ja sofort Lust nicht mehr den Herd anzuschmeissen,sondern alles roh und somit vitaminreicher zu verzehren!
    Es wäre eine tolle Lösung für den Sommer und die Bikinifigur!
    Habe vor ein paar Tagen überlegt endlch einen Leistungsstarken Mixer ins Haus zu holen….das wäre eine tolle Entscheidung,wenn das Buch noch als Krönung ins Haus flattert…dann könnte ich richtig loslegen…….deshalb werde ich jetzt ins Lostopf hüpfen!

    Grüße
    Fery

  12. Mira on 28. April 2015 at 15:25 said:

    Servus Julia!
    Ich muss es haben da ich ein Kochbuchjunky bin!
    Bis eben kannte ich das Buch noch nicht und nun bin ich Feuer und Flamme auch endlich mal so richtige “Raw-Küche” auszuprobieren… Mal eine Gazpacho hier oder ein paar Powerballs dort… (Haferflocken, Bananen, Datteln, Nüsse, Kakao o.Ä. vermengt)… ansonsten ist es bei mir klassisch Salate oder Snacks. Gerne würde ich mich etwas mehr damit befassen und nutze gerne hier meine Chance. Ist ja sicher auch gut für die Figur, und hier und da mal was neues auszuprobieren kann ja auch nicht schaden ;o))

    Bin sehr gespannt!
    Liebe Grüße

    Mira

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