Wisst ihr was mich als Kind an Western-Filmen immer am meisten fasziniert hat? Das Essen! (war ja irgendwie klar). Wenn Bud Spencer und Co abends neben ihren Pferden am Lagerfeuer saßen, brutzelten IMMER Bohnen in der gusseisernen Pfanne. Und wie sie dann von hungrigen Cowboys ausgelöffelt wurden, hatte ich eine genaue Vorstellung wie dieser sämige würzige Bohneneintopf wohl schmecken musste. Vor kurzem fand ich in meinem neuen Kochbuch „Mexikanisches Streetfood – Death by Burrito“ (Rezension folgt) ein Rezept, dass von den Zutaten und dem Bild dieser kindlichen Erinnerung sehr nahe kam. Ob es dann auch so geschmeckt hat, verrate ich euch gleich…

Beschwipste Bohnen 1

Zutaten (für 6 Cowboys oder -girls):
160g Pinto Bohnen (über Nacht in Wasser eingeweicht)
160g schwarze Bohnen (über Nacht in Wasser eingeweicht)
1 EL Olivenöl
1 TL Butter (+25g zum Abrunden)
1 fein gewürfelte Zwiebel
1 fein gewürfelte Karotte
1 fein gewürfelte Stange Sellerie
3 fein gehackte Zehen Knoblauch
1 fein gewürfelte Paprikaschote
1 fein gewürfelte grüne Chili
100g passierte Tomaten
1 EL getrockneter Oregano
100g Senf
500g Guinness
50 ml guter Tequila
1 EL brauner Zucker
250 ml Vollmilch
1 TL Weißweinessig
Salz
etwas Petersilie (oder Koriander)

Anleitung:
1. Die eingeweichten Bohnen abtropfen lassen und zur Seite stellen. Öl und 1 TL Butter in einem großen Topf bei schwacher Hitze erhitzen. Zwiebel, Karotte und Sellerie hinzufügen und glasig braten. Knoblauch, Paprika und Chili dazu und weitere 2 Minuten lang braten.
2. Die Bohnen, Tomaten, Oregano, Senf, 1 EL Salz und 1 Liter Wasser hinzufügen und zum Kochen bringen. Schaum von der Oberfläche schöpfen und Hitze reduzieren. Deckel aufsetzen und 3-4 Stunden kochen. Dabei alle 20 Minuten umrühren, damit nichts am Boden anbrennt. Wenn die Mischung zu trocken wird, etwas Wasser nachgießen.
3. In der Zwischenzeit können wir „Queso Fresco“ herstellen: Die Vollmilch in einem Topf mit 1/2 TL Salz aufkochen. Sobald die Milch kocht, Essig hinzufügen und Hitze reduzieren. Die Mischung sollte schnell gerinnen und sich in feste Bestandteil und flüssige Molke spalten, falls das nicht passiert, nochmal etwas Essig einrühren. Die Mischung durch ein sauberes Geschirrtuch gießen und 30 Minuten lang abtropfen lassen. Anschließend ein ganz kleines bisschen Flüssigkeit ausdrücken (nicht zuviel, sonst wird der Queso zu fest).
4. Bier und Tequila zu den Bohnen hinzufügen und ohne Deckel weitere 30 Minuten kochen. Die Bohnen sollten weich genug sein um beim umrühren aufzubrechen. Mit dem Löffel heftig vermengen, bis eine gute Mischung aus ganzen, aufgebrochenen und pürierten Bohnen besteht. Dann Zucker und restliche 25g Butter einrühren. Mit dem Queso Fresco und kleingehackten Kräutern bestreuen.

Dauert: 1 Stunden (plus 4-5 Stunden auf dem Herd)

Mein Fazit:
Zubereitung:
Cowboys müssen ja Zeit haben! Die Cowboy-Bohnen müssen viele Stunden lang kochen, bis sie die richtige Konsistenz haben. Wahrscheinlich wurde das Gericht immer von denen gekocht, die gerade auf gefesselte Indianer oder einen Goldschatz aufpassen mussten, die hatten ja Zeit. Aber im Ernst, ihr braucht einiges an Geduld, vor allem, weil die Küche schon nach kurzer Zeit so lecker duftet, dass man versucht ist, immer wieder ein Löffelchen zu kosten.
Geschmack: Ooooh ja. Genauso hatte ich mir das immer vorgestellt. Die Konsistenz des Bohneneintopfs ist der Wahnsinn und der sämige Geschmack mit Bier- und Tequilanote entschädigen einen für die vielen Stunden, die man Rühren musste. Zu den Bohnen schmeckt am besten eine Scheibe frisches Bauernbrot.

Beschwipste Bohnen 2

Beschwipste Bohnen 3

Auch mit Kartoffeln schmecken die Böhnchen richtig lecker:

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5 Thoughts on “Beschwipste Cowboy-Bohnen

  1. Montarde on 23. Februar 2016 at 14:36 said:

    also bei mir wurde das viel zu bitter. ich vermute das liegt am vielen Bier.

    • kochliebe on 23. Februar 2016 at 14:44 said:

      Hallo Montarde, das ist ja ärgerlich. Welches Bier hast du genommen? Hast du die Mengen eingehalten? Ich habe genau die Zutaten wie angegeben verwendet und bei mir schmeckten die Bohnen gar nicht bitter.

      Grüße
      Julia

      • Montarde on 23. Februar 2016 at 19:03 said:

        330 ml guines und 170 ml irisches Bier

        • kochliebe on 24. Februar 2016 at 9:15 said:

          Hallo!
          Ich war da selbst ein wenig ratlos und hab deshalb in einer meiner Facebookgruppen nachgefragt. Ein Kommentar war folgender: „Hab gerade gesehen dass du guinnes genommen hast das ist so ein ding es gibt so genannte bitter schmecker, guinness ist für leute die sehr empfindlich bitter schmecken der horror. Wenn du ein ducksteiner oder ein malziges andechser dunkel nimmst dann hat auch der extrem bitter heraus schmeckende keine probleme.“
          Hilft dir das weiter?

          • Montarde on 25. Februar 2016 at 2:30 said:

            danke. ich werde es das nächste mal mit dem Bier versuchen, welches ich immer fürs Chili nehme. vlt wird’s dann besser. ich habe leider keine Ahnung von Bier weil ich keins trinke nur damit koche 🙂

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