So ziemlich jeder Foodblogger wird irgendwann von seinen Lesern gefragt „Warum gibst du eigentlich keine Kochkurse?“. Ja, warum eigentlich nicht? Ich selbst bin ja rege Teilnehmerin an Kochkursen aller Art und hatte schon lange mal Lust, selbst einen Kurs zu geben. Gescheitert ist das bisher an fehlenden Möglichkeiten: Keine Location, Anmeldeverwaltung zu kompliziert und wie bewerbe ich das Ganze? Die Lösung war dann schließlich die lokale Volkshochschule! Die ersten Kurse fanden bereits erfolgreich statt, deshalb hier mein erstes Feedback und ein paar Tipps für euch.

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Abschmecken bei meinem Kurs „Lieblingsrezepte aus dem Netz“. Die Teilnehmerin und ich hatten sichtlich Spaß.

Volkshochschulen sind der optimale Einstieg für alle, die sich mal als Kursleiter ausprobieren möchten. Die Volkshochschule übernimmt die komplette organisatorische Abwicklung von der Anmeldung bis zur Abrechnung und ihr könnt euch so voll aufs Kochen und Referieren konzentrieren. Auch die Location wird von der VHS bereitgestellt, meist sind das Schulküchen, die meist erstaunlich gut ausgestattet sind. Als Kursleiter bekommt ihr dann einen bestimmten Betrag pro Kurs und die Kosten für Zutaten und Kopien erstattet.
Weitere Informationen und die richtigen Ansprechpartner findet ihr bei der Volkshochschule eurer Stadt (auch kleine VHS haben Internetseiten!).

Wenn ihr den ersten Schritt gemacht habt und als Kursleiter angemeldet seid, könnt ihr loslegen! Hier 7 Tipps für den perfekten Kochkurs:

1. Ansprechende Beschreibung

Damit eure potentiellen Teilnehmer künftig richtig Lust auf einen Kurs bekommen, müsst ihr ihn natürlich richtig bewerben und die Beschreibung fürs VHS-Heft und das Programm im Internet gut formulieren. Beschreibt genau was ihr im Kurs vorhabt und warum es sich lohnt teilzunehmen. Hilfreich ist es auch, wenn ihr euch von den anderen Kursen im Programm abhebt.

2. Rezeptauswahl mit Sorgfalt

Die Auswahl der Rezepte ist essentiell. Eure Teilnehmer sollen sich war nicht langweilen, aber auch nicht überfordert sein. Deshalb müsst ihr Umfang und Schwierigkeitsgrad der Rezepte sorgfältig abwägen. Ich gestalte meine Kurse so, dass immer 2-3 Teilnehmer gemeinsam ein Rezept kochen und noch genügend Zeit bleibt auch zwischendurch in die anderen Gruppen zu schnuppern oder auch mal bei kurzen Demonstrationen von mir über die Schulter schauen zu können. Auch fürs Verkosten der Gerichte und das gemeinsame Aufräumen muss noch ausreichend Zeit bleiben. Jedes Rezept MUSS von euch vorher testgekocht worden sein.
Diese Gerichte haben wir alle im Kurs „Lieblingsrezepte aus dem Netz“ gekocht:

3. Kennt eure Location

Seht euch die Location vor (!) dem Kurs genau an. Es ist meist möglich, sich bereits ein paar Tage vor dem Kurs mit dem Hausmeister zu treffen und sich von ihm kurz in Technik und Aufteilung der Küche einweisen zu lassen. Nehmt euch eine Liste mit, welche Küchengeräte und welches Geschirr ihr für eure Rezepte benötigt und gleicht ab, was davon in der Schulküche vorhanden ist und was ihr von zu Hause mitbringen müsst.

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Die Schulküche in Unterkochen hat vier Kochstationen. Genug für 12 Teilnehmer.

4. Handouts

Ausnahmsweise reicht kein Verweis auf die Rezepte in eurem Blog. Ihr solltet für jeden Kursteilnehmer eine Kopie mit allen Rezepten dabei haben. Besonders schön ist es, wenn ihr jedes Rezept noch einmal in Folie dabei habt um es in die Küchen zu legen, dann können eure Kochschüler ihre Kopien sauber mit nach Hause nehmen. Beschreibt die Rezepte ausführlich und passt die Mengen für die Kursgröße an. Die Handouts sollten sauber und übersichtlich gestaltet werden, gerne auch mit liebevollen Details oder Fotos, denn das ist die Erinnerung, die die Teilnehmer mitnehmen. Dieses Handout gehe ich am Anfang des Kurses mit allen Teilnehmern gemeinsam durch und gebe noch ergänzende Tipps. Anschließend können sich die Kursteilnehmer für „ihr“ Rezept entscheiden und in Gruppen loskochen.

Heute Kochkurs die Zweite. Gerade kommen schon die Koch-Schüler *freu*

Posted by Kochliebe on Dienstag, 5. Mai 2015

5. Ich hab da mal was vorbereitet

Je besser ihr vorbereitet seid, desto entspannter läuft der Kurs später für euch ab. Denkt daran, ihr müsst alle Zutaten (auch Gewürze oder spezielle Küchengeräte) mitbringen. Wenn ihr diese schon vor Eintreffen den Teilnehmer bereits auf die Kochstationen aufgeteilt habt vermeidet ihr ein Zutatenchaos und wildes Suchen. Wenn Zubereitungsschritte sehr lange dauern (wie das Gehen eines Hefeteiges oder das Marinieren eines Stück Fleischs) solltet ihr diese auch vor dem Kurs vorbereiten und fertig mitbringen.

6. Helfende Hand

Für euren allerersten Kochkurs ist es sehr hilfreich, wenn ihr eine Freundin oder einen Freund mitbringen könnt. Jemand, der euch Sicherheit und Ruhe gibt und in stressigen Situationen zur Hand gehen kann. Ich hatte beim ersten Kurs meinen Mann dabei und war darüber wirklich froh.

7. Habt Spaß!

Ihr seid Foodblogger. Kochen und über Essen sprechen liegt euch im Blut. Also versucht den Abend einfach zu genießen. Die Teilnehmer sind da um einen schönen genussvollen Abend zu verbringen. Ein gestresster panischer Kursleiter ist da eher kontraproduktiv und viel schlimmer, als ein Kurs, der vielleicht nicht zu 100% perfekt ist. Fehler passieren, Zutaten werden falsch abgewogen oder man vergisst auch mal was in der Rezeptbeschreibung. Macht gar nichts! In den meisten Fällen kann man das Gericht trotzdem noch irgendwie retten und so sogar noch Tipps zur Pannenhilfe an die Schüler geben. Ein Gericht misslingt komplett? Auch kein Weltuntergang, es werden ja noch weitere Rezepte gekocht und zur Sicherheit könnt ihr immer noch eine Packung Nudeln und Pesto im Kofferraum deponieren, denn hungrig sollte niemand nach Hause gehen.

Wenn ihr euren Kurs dann geschafft habt, bedankt euch bei euren Teilnehmern und feiert euch ruhig ein bisschen selbst.

Meine ersten beiden Kurse „Lieblingsrezepte aus dem Netz“ und „Süßes und herzhaftes Kleingebäck fürs Partybuffet“ habe ich bei der VHS Aalen durchgeführt. Beide Kurse sind wunderbar gelaufen, alle Rezepte haben funktioniert, die Ergebnisse haben geschmeckt und meine Kursteilnehmer waren superlieb und haben ganz toll mitgemacht. Das war also definitiv nicht mein letzter Kurs und ich freu mich jetzt schon auf viele weitere Abende mit genussfreudigen Kochschülern!

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One Thought on “Einblicke: Kochkurse geben als Foodblogger

  1. Liebe Julia dein Beitrag gefällt mir sehr. Die Idee finde ich richtig gut, solch einen Ablauf mal kurz zusammen zufassen und für mich sehr interessant wie andere solch einen Kurs gestalten. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß!
    Liebe Grüße

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