Knapp ein Jahr ist es jetzt her, das dritte Foodbloggercamp im Reutlingen. Ich war das erste Mal dort und im Nachhinein völlig überwältigt von den Eindrücken. Das und die Flut an (sehr gut geschriebenen) Berichten war der Grund, dass ich nicht wie sonst direkt im Anschluss einen Blogbericht zum Event verfasst habe. In wenigen Wochen findet das vierte FBCR statt und Anfang kommender Woche könnt ihr euch dafür anmelden. Auch wenn ich babybedingt dieses Jahr leider nicht dabei sein kann, kann ich jedem Foodblogger die Teilnahme unbedingt empfehlen. Deshalb melde ich mich nun doch noch zu Wort und teile meine glücksverklärten Erinnerungen an zwei sensationelle Tage in Reutlingen.

FoodbloggerCamp klingt für den unbedarften Leser erst mal ein bisschen wie Bootcamp. Oder Zeltlager. Beides nicht soooo falsch, aber das eigentliche Event ist viel schöner. Das „Camp“ kommt von Barcamp. Bei einem Barcamp treffen sich Menschen zu einem vorgegebenen Thema, jeder kann dazu passende Sessions (also Vorträge oder Mitmach-Kurse) halten und so gestaltet sich jedes Barcamp anders als das vorige. Schuld an der kulinarischen Version der Barcamps ist Jan Theofel. Jan gilt als Deutschlands führenden Barcamp-Experte, Foodblogger und (wie ich ihn kennenlernen durfte) Genießer aus vollem Herzen. Er hat das FoodbloggerCamp ins Leben gerufen und organisiert dieses jedes Jahr an verschiedenen Standorten. Mehr Infos und die nächsten Termine findet ihr auf der Website vom Foodbloggercamp.

Zusammen mit drei weiteren Bloggerinnen von der Ostalb (Krizi, Kristina und Moni) fuhr ich letzten Februar nach Reutlingen. Wir hatten uns dort für das Wochenende eine schicke Wohnung gemietet und schon während der Fahrt wurde ausschließlich übers Essen und Bloggen gequatscht und das ging das gesamte Wochenende so weiter. Niemand der sagte „Leg doch bitte endlich mal dein Handy weg“ oder „Warum fotografierst du ständig dein Essen?“. Endlisch mal normaaaaale Leute! Es ist wirklich so, ich muss mich im Kreise meiner Liebsten meist sehr zusammenreissen um nicht rund um die Uhr übers Kochen, Follower oder Blogevents zu sprechen. Tatsächlich freut es mich sehr, wenn ich von Freunden zu einem Rezept angesprochen werde oder jemand aus meiner Familie einen Tipp fürs Kochen von mir will, aber meist ist es so, dass mein Blog nur sehr wenige Menschen in meinem privaten Umfeld interessiert. Das ist ok für mich, aber es tut so herrlich gut, wenn man plötzlich von Leuten umgeben ist, die ganz genau so ticken wie man selbst.

Am Abend vor dem offiziellen Beginn trafen sich die Blogger, die wie wir bereits am Vorabend angereist waren, in einem Restaurant (sorry, Name vergessen). So kannte ich dann beim Eintreffen an der Eventlocation „Cooking Concept“ am nächsten Morgen schon die ersten Gesichter. Das Cooking Concept ist eigentlich eine Kochschule, aber so schick und gleichzeitig gemütlich, dass ich mich dort sofort wohlgefühlt habe. Es war bis zur Decke voll mit Session-Utensilien für die nächsten zwei Tage, mit Jacken und Kamerataschen der Teilnehmer und natürlich mit uns Bloggern selbst. Bevor viel vom Orgateam gesagt wurde, gab es erst mal ein richtig geiles Frühstück. Die Küche im oberen Stockwerk war ein Chaos: Vollgestopft mit Menschen, die sich je nach Charakter teils schüchtern anlächelten, teils laut lachend aufeinander einquatschten. Dazwischen: Essen! Auf jeder freien Arbeitsfläche standen Schüsseln und Tabletts mit frischem Gemüse, duftendem Käse, exotischen Teesorten, brutzelnden Spiegeleiern und viel mehr. ICH WAR VERLIEBT! Staunend stand ich in diesem Gewusel und fühlte mich so unfassbar wohl.

Irgendwann wurde das Camp dann auch offiziell durch Jan eröffnet und an einer Metaplan-Wand startete die Session-Planung. Jeder konnte nach vorne kommen und einen Vortrag anmelden. Dabei wurde auch gleich abgefragt, ob bei den Teilnehmern Interesse daran herrschte. Das Problem war eher, dass es immer mehrere Sessions gleichzeitig gab und alle so interessant klangen, dass ich mich nur schwer entscheiden konnte.

Die Sessions der beiden Tage waren sehr unterschiedlich, was ich auch gut fand. Sowohl inhaltlich als auch von der Umsetzung, einfach weil jeder „Referent“ seinen eigenen Stil mit reingebracht hat. Viele Sessions wurden von Kooperationspartnern (also Vertretern der Unternehmen) angeboten, die wollten natürlich teilweise auch Werbung für ihre eigenen Produkte machen. Dennoch fand ich erstaunlich, wie ehrlich und offen viele auf uns zugingen und wirklich wissen wollten, wie wir zu bestimmten Themen denken (hauptsächlich natürlich was die Zusammenarbeit angeht). Der Großteil der Referenten waren aber Blogger selbst und es hat sich niemand lumpen lassen. Jeder Beitrag war bestens vorbereitet und es war nirgends langweilig oder uninteressant. Ich habe viele rein theoretische Sessions besucht (z.B. „Geld verdienen mit dem Blog“ oder „Messer schärfen“ oder auch „Foodfotos supergeil“). Wie eine brave Schülerin habe ich mitgeschrieben und Fragen gestellt und tatsächlich einiges Umsetzbares mitgenommen. Noch besser gefallen haben mir die Praxis-Sessions (z.B. „Mug Cakes“, „Buttercreme Spritztechniken“ oder „Komm ich jetzt im Fernsehen?“). Da durfte man mitmachen und hatte auch direkt ein Ergebnis.  Ich muss glaub gar nicht soviel mehr schreiben, die Bilder sprechen für sich:

Und zwischen den Sessions konnte man dann auch noch die Ergebnisse der anderen Gruppen verkosten, weil ständig jemand mit einem Teller voller Köstlichkeiten vorbei lief („He, wir haben hier gerade Sous-vide gegarten Schweinebauch. Mag jemand?“). Da sagte ich natürlich niemals nein 🙂

Vielen Dank ans Orgateam Jan und Melanie und an das ganze Cooking-Concept-Team und ganz besonders alle Sponsoren für das geniale Wochenende, das mir auch ein Jahr später noch so stark in Erinnerung geblieben ist!
Die Berichte der anderen Blogger findet ihr gesammelt hier. Und wenn ihr Foodblogger seid und euch anmelden wollt, solltet ihr schnell sein (letztes Jahr waren alle Tickets in wenigen Minuten ausverkauft)! Es wird zwei Ticketwellen geben: Am 12.1.2016 um 13 Uhr und am 13.1.2016 um 19 Uhr auf dieser Seite hier. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr ein Plätzchen dort ergattert. Es lohnt sich!

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One Thought on “Was passiert auf einem Foodbloggercamp? (Rückblick Reutlingen 2015)

  1. Huhu liebe Julia, toller Bericht und superviele – schöne – Bilder. Das Restaurant am Freitag hieß Joli, falls du das einbinden möchtest.

    Liebe Grüße Judy

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