Peru war mir bisher nicht als die Heimat kulinarischer Highlights bekannt. Ich kannte nur eine einzige Sache, die Peruaner essen und das nur auch sensationsheischenden Galileo-Dokumentationen: Meerschweinchen. Ja, tut mir leid, aber auch sowas muss man mal auf einem Foodblog ansprechen. Jedenfalls habe ich ein neues Kochbuch. Ja. Schon wieder. 🙂 Mein neues Schätzchen heißt „Ceviche – Peruanische Küche“ und ist voll mit herrlichen peruanischen Rezepten (ganz ohne Meerschweinchen). Neben der Buchvorstellung verrate ich euch noch ein Rezept daraus: Eine Art Risotto mit Quinoa. Göttlich!

Rezension „Ceviche“

Das Buch ist schon auf den ersten Blick ein optisches Highlight im Bücherregal: Der dicke Buchdeckel hat eine Optik wie eine gekachelte Küchenwand und fühlt sich sogar ein bisschen so an. Die 256 Seiten dazwischen sind angenehm dick und beinhalten 100 Rezepte aus allen Ecken Perus. Die Fotos sind sehr schön inszeniert und perfekt aufgenommen. Wieder mal ein gefährliches Buch, weil man schon beim Durchblättern Hunger bekommt. Etwas schade finde ich, dass es nicht zu jedem Rezept ein Foto gibt.

Ceviche - Peruanische Küche (Martin Morales)

Das Buch wurde von Martin Morales im Fackelträger Verlag veröffentlicht. Herr Morales stammt aus Peru, ist aber nach eigenen Angaben kein ausgebildeter Koch, sondern Musiker. Dennoch hat er mit seiner Frau 2012 ein peruanisches Restaurant in London eröffnet: Das Ceviche. Das Restaurant wurde nach dem traditionellen peruanischen Nationalgericht benannt. Dieses und zahlreiche weitere Köstlichkeiten der peruanischen Küche gibt es im Restaurant und im Buch.

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Das Kochbuch beginnt mit einer ausführlichen Einführung, in der der Autor seinen Werdegang erklärt und den Leser in seine südamerikanische Heimat mitnimmt. Es geht weiter mit folgenden Kapiteln:

  • Ceviches
  • Street Food
  • Fisch
  • Fleisch
  • Vegetarische Gerichte
  • Salate
  • Desserts
  • Drinks
  • Die Peruanische Speisekammer_MG_4396

Mein Fazit zum Buch: Tolle Fotos und richtig interessante exotische Rezepte. Einziges Manko: Manche Rezepte sind zu exotisch, da viele Zutaten hier in Deutschland schwer zu bekommen sind. Ein Großteil der Rezepte enthält zum Beispiel Fisch, der für die angegebene Zubereitungsart sehr sehr frisch sein muss. Dazu jede Menge Gewürze, die nicht mal ich eben so daheim habe und häufig ist die Zubereitung der Gerichte eher aufwändig und zeitraubend. Was mir gut gefällt ist, dass zwischen den Rezepten immer wieder kleine Anekdoten erzählt werden, die die Verbindung zu Peru herstellen. Für Südamerikafans oder Experimentierfreudige ist diese Buch jedenfalls genial!

Mehr Infos zum Buch und eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Fackelträger Verlags. Tipp: Guckt euch das Video mit dem Trailer zum Buch an, der macht richtig Lust aufs peruanische Kochen!

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Auch aus diesem Buch habe ich natürlich schon etwas nachgekocht – eine peruanische Version von Risotto:

Quinotto del valle sagrado

Zutaten (für 4 Peru-Reisende):
250g Quinoa (z.B. von Reishunger)
500ml kaltes Wasser
1 EL Olivenöl
30g Butter
1 Zwiebel, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
125g Pilze in dünnen Scheiben
125ml Weißwein
125ml Sahne
etwas geriebene Muskatnuss
50g Parmesankäse, gerieben
4 EL fein gehackte Petersilie
Salz und Pfeffer nach Geschmack

Anleitung:
1. Quinoa gründlich spülen. In einem Topf mit Wasser bedecken und salzen. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und 10 Minuten köcheln lassen bis das Wasser aufgesogen ist.
2. Öl und Butter in einen Topf geben und bei schwacher Hitze zerlassen. Zwiebel, Knoblauch und Pilze hinzugeben und braten bis die Zwiebel glasig ist. Mit Wein ablöschen und wieder zum Kochen bringen. Sahne dazu und mit geriebener Muskatnuss und Pfeffer würzen. 3. Wieder zum Kochen bringen und die gekochte Quinoa hinzufügen. Hitze reduzieren und das Quinotto unter ständigem Rühren weiterkochen bis eine cremige Textur entsteht. Die Hälfte des Parmesans, die Hälte der Petersielie und etwas Salz hinzufügen.
4. Mit restlichem Parmesan und Petersilie bestreut servieren.

Dauert: 40 Minuten

Mein Fazit:
Zubereitung:
Der Unterschied zu Risotto ist hier, dass die Quinoa, das Wunderkorn der Anden, vorher gekocht wird und erst dann mit den restlichen Zutaten cremig gerührt wird. Quinoa ist viel gesünder als normaler Reis und hat sehr viel Eiweiß. Wichtig ist, ihn nicht zu lange zu kochen, damit er seinen nussigen Biss behält.
Geschmack: Eine schöne Alternative zu Risotto! Auch wenn es meinem Schatz nicht geschmeckt hat: Ich liebe dieses Gericht! Es schmeckt cremig und hat nur eine leichte Würze, was den erdigen nussigen Geschmack von Quinoa und Pilzen gut zur Geltung bringt. Köstlich!

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Ich habe meine Quinoa von Reishunger.de, da passt die Qualität

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Ein Teller Quinotto auf der Terrasse genießen – und die Welt ist in Ordnung!

PS: Um eins klarzustellen: Ich habe noch nie Meerschweinchen gegessen und werde es auch nie tun, zumindest nicht wissentlich. Bei den Pferdefleischskandalen heutzutage weiß man ja nie was einem in die Lasagne gemischt wird. Es ist aber tatsächlich so, dass für die Peruaner Meerschweinchen auf dem Speiseplan ganz normal sind. Ich würde sie dafür nicht verurteilen, bei uns isst man ja schließlich auch Kaninchen. Trotzdem, wenn ihr ein Meerschweinchen-Tierfreund seid, tut euch selbst einen Gefallen und googelt niemals „Meerschweinchen Peru“.

PSS: Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Fackelträger Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

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