Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut: Das FoodBloggerCamp in Reutlingen! Als Mama ist es für mich gar nicht mehr so einfach an mehrtägigen Bloggerevents teilzunehmen und so war es umso schöner, dass ich es mit ein wenig Vorbereitung und Organisation doch mal wieder geschafft habe (über meine erste Teilnahme 2015 hab ich hier berichtet). Ich fuhr also am 8. Juli von Vorfreude gepusht sehr früh morgens Richtung Reutlingen und mit Betreten der Location hatte ich ganz plötzlich ein ganz vertrautes Gefühl…

… Es fühlte sich ganz genauso an, als würde ich ein Klassenzimmer betreten, kurz bevor mein Lieblingsfach unterrichtet wird. Ihr müsst dazu wissen, dass ich (fast) immer sehr gern zur Schule gegangen bin. Deshalb nehme ich euch heute mit auf eine Reise ins kochende Klassenzimmer:

Die Lehrer und das Klassenzimmer

Das Klassenzimmer ist bei jedem FoodBloggerCamp in Reutlingen das Cooking Concept, eine wunderbar gemütliche Kochschule, geleitet vom Schuldirektor und heimlichen Hausmeister Marcus Schneider. Die Lehrer ähem Organisatoren Jan und Anna Lena kümmern sich um all ihre Schüler/Teilnehmer und haben immer ein offenes Ohr für Fragen und Nöte. Das besondere an der #fbcr-Schule ist das Barcamp-Format, hier unterrichten nämlich die Schüler selbst: Jeder darf Themen vorschlagen, entweder praktische Sessions oder auch rein theoretische Diskussionen – alles ist möglich. An jedem Schultags-Morgen können neue Sessions vorgeschlagen werden und bei entsprechendem Interesse der anderen kommt diese Session auf den Stundenplan. Dieser füllt sich so schnell, dass immer mehrere Sessions zeitgleich stattfinden und die Schüler die Qual der Wahl haben für welche Fächer sie sich schließlich entscheiden.  Natürlich geht es in allen Sessions irgendwie ums Kochen/Backen oder Bloggen und das ist dann tatsächlich so als wäre jedes einzelne Fach mein Lieblingsfach, weil mich einfach jedes Thema persönlich betrifft. Hier noch ein paar Bilder von der Sessionplanung, ich muss mich leider für die schlechte Bildqualität entschuldigen (Handy war in Action meist schneller zur Hand als die Spiegelreflex-Kamera).

Die Schüler – Klassenkasper und Streber?

In jeder Klasse hat man schnell seine Rolle: Der Klassenkasper unterhält mit seinen Spässchen die ganze Gemeinschaft, die Coolen sitzen draußen bei Rauchen und die Streber halten alles irgendwie am Laufen weil sie fleissig die Aufgaben übernehmen, die eigentlich alle gemeinsam machen sollten. Tatsächlich hat auch die Klasse #fbcr17 eine ähnliche Aufteilung und das Tollste daran: Alle fühlen sich wohl damit, es wird weder gemeckert noch gelästert – vielleicht sind wir doch etwas reifer als noch zu wirklichen Schulzeiten. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut viele bekannte „Mitschüler“ von 2015 oder anderen Events wiederzusehen, aber auch viele neue Gesichter waren dabei, voller Neugier und Motivation. Alle Teilnehmer mit dazugehörigem Blog findet ihr im Klassenbuch: Liste.

Unterricht für Kochnerds

Endlich mal normale Leute! Ist das nicht herrlich, wenn man Menschen kennenlernt, die genauso ticken wie man selbst? Niemand schimpft, wenn man seit 5 Minuten den richtigen Winkel fürs Essen-Fotografieren sucht oder während der Unterhaltung Tweets ins Handy tippt. Die Küchen liefen trotz tropischem Sommerklima ununterbrochen heiß, denn es gab immer irgendjemand der eine Kochsession anbot oder parallel „mal schnell was aus Resten“ zauberte. Auch während der Pausen schnibbelte, brutzelte oder backte es in allen Ecken. Das, liebe Leute, ist mein persönliches Paradies.

Lieblingsfächer: Bloggen und Genießen

Ein paar Sessions möchte ich besonders hervorheben, weil sie mir großen Spaß gemacht haben und ich daraus auch viel „mit nach Hause“ nehme: Sabine von pastamaniac hatte gleich zwei interessante Sessions für mich – sie erklärte einmal wie man in die Welt der „Podcasts“ einsteigt und am nächsten Tag plauderte sie aus dem Nähkästchen und inspirierte mich in „Masterminds“ zu mehr Vernetzung mit anderen Bloggern.  Ich habe dieses Mal auch selbst eine Session am FoodBloggerCamp gehalten: In „Kochkurse“ habe ich von meinen VHS-Erfahrungen erzählt und dank Marcus selbst viel dazugelernt. Die Session „Onigirazu alias Sushi-Sandwiches“ mit Carina von ny-cheesecake hat mir gezeigt wie lecker und unkompliziert ein Foodtrend sein kann. Werde ich ganz bald nachkochen und sicher verbloggen.

Und weil ich sowas noch nie gemacht hab, obwohl ich seit Weihnachten einen nigelnagelneuen Fleischwolf für meine Küchenmaschine habe: Leberwurst machen mit Tilo von allerbesterkram. Ich fand es witzigerweise gar nicht sooo eklig was da alles in so einer Wurst verarbeitet wird und der Geschmack einer ganz frischen Leberwurst ist gigantisch!

Hausaufgabe: Essen!

Das Leben ist kein Ponyhof und natürlich hat all dieser wunderbare Unterricht seine Schattenseiten: Die ganzen gekochten Leckereien müssen alle aufgegessen werden! Tja, so ein Foodblogger hat’s eben nicht leicht und so fügten wir uns unserem harten Schicksal und aßen uns tapfer Session für Session durch selbstgemachte Wildschwein-Salsiccia, Büffelmozzarella mit Orangen, verschiedene Mezze, Salate, zweierlei Risotto, veganes Tiramisu, sous vide Lachs und noch viel mehr. Dazu mussten zu allem Überfluss auch noch die flüssigen Ergebnisse der Sessions vernichtet werden: Diverse Cocktails, Watermelon Frosé, Beef Teas und etliche Kaffee-Heiß-Getränke aus der Latte-Art-Session. Hach ja. Ich muss wohl nicht sagen, dass ich meine Weight-Watchers-Punkte an dem Wochenende nicht gezählt habe?

Vielen Dank für die Blumen

Es waren zwei wunderbare Tage, die ich so schnell nicht vergessen werde. Viel gelernt, viel gegessen, viel gelacht. All das wäre nicht möglich gewesen ohne die wunderbaren Organisatoren Jan und Anna-Lena, Marcus und seinem Cooking-Concept-Team und einige Sponsoren (siehe Fotos unten). Ich wurde bereits häufiger gefragt: Ja, ich bezahle für die Teilnahme an der Veranstaltung und auch die Anreise und Übernachtung trägt jeder Teilnehmer selbst. Trotzdem ist die Organisation eines Event dieser Qualität sehr aufwändig und teuer, weshalb das Orga-Team nun leider auch verkündet hat, dass es in dieser Form das letzte Mal stattgefunden hat. Darüber bin ich wirklich traurig, den anderen Bloggern geht es ähnlich. Wir haben sofort unsere Unterstützung angeboten und sind sehr gespannt darauf, wie es in Zukunft weitergeht.

Danke an alle für ein perfektes Wochenende!

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